Website-Wartung: was sie umfasst und was ohne sie passiert
2. September 2026 · 3 min
Eine Website ist kein Plakat, das man aufhängt und dann vergisst. Sie ist Software, die auf einem Server läuft — mit einem Zertifikat, das abläuft, einer Domain, die verlängert werden muss, Formularen, die von externen Diensten abhängen, und Inhalten, die altern. Wartung ist die fast unsichtbare Arbeit, all das am Laufen zu halten. Die richtige Frage lautet nicht «Brauche ich Wartung?», sondern «Wer kümmert sich darum, wenn etwas ausfällt?».
Was Wartung in der Praxis umfasst
- Hosting und Domain. Der Ort, an dem die Website lebt, und der Name, den der Kunde eintippt. Rechtzeitige Verlängerungen, korrektes DNS, E-Mails, die ankommen.
- SSL-Zertifikat. Das Schloss im Browser. Läuft es ab, zeigt der Browser eine Sicherheitswarnung — und die Besuche brechen an diesem Tag ein.
- Backups. Eine aktuelle Kopie der Website und der Daten, ausserhalb des Servers gespeichert und ab und zu getestet. Ohne sie bedeutet ein Fehler oder ein Angriff: von vorne anfangen.
- Updates. Sicherheitskorrekturen für Plattform, Plugins und Bibliotheken. Der Teil, den niemand sieht und der die meisten automatisierten Angriffe verhindert.
- Kleine Inhaltsänderungen. Öffnungszeiten, Preise, ein neues Foto, ein korrigierter Text. Das wird im Laufe des Jahres am häufigsten gewünscht — und bleibt am häufigsten liegen, wenn niemand zuständig ist.
- Überwachung. Wissen, dass die Website ausgefallen ist, bevor der Kunde anruft. Eine automatische Meldung, wenn die Seite nicht antwortet oder das Formular nicht mehr sendet.
Was ohne Wartung passiert
Nichts — einige Monate lang. Danach fast immer in derselben Reihenfolge: Das Zertifikat läuft ab und der Browser warnt; ein veraltetes Plugin öffnet eine Tür und die Website verteilt Spam, ohne dass es jemand merkt; das Kontaktformular sendet nicht mehr, weil der E-Mail-Dienst seine Regeln geändert hat; die Öffnungszeiten auf der Website stimmen nicht mehr. Jedes dieser Probleme kostet still und leise Kunden, denn niemand ruft an und sagt «Ihre Website ist seltsam». Die Leute gehen einfach zur Konkurrenz nebenan.
Statische Websites brauchen weniger — nicht nichts
Eine einfache Website ohne Datenbank und Plugins bietet viel weniger Angriffsfläche und braucht kaum Sicherheitsupdates. Sie braucht weiterhin Domain, Zertifikat, Backup, Überwachung und die Inhaltsänderungen. Deshalb unterscheiden sich die Wartungsabos: Eine statische Firmenwebsite braucht pro Monat deutlich weniger Stunden als ein Online-Shop mit Zahlungen und Lagerbestand.
Mit oder ohne Abo
Wenn ich eine Website übergebe, gehören die Dateien dem Kunden und können von wem auch immer betreut werden — ohne Abhängigkeit. Wer sich nicht selbst darum kümmern möchte, wählt ein Wartungsabo zwischen CHF 95 und 290 pro Monat, je nach Komplexität der Website: Es umfasst Hosting, SSL, Backups, Updates, Überwachung und die kleinen Änderungen im Laufe des Jahres. Monatliche Abos sind mit einer Frist von 30 Tagen kündbar, ohne Kündigungsgebühren. Wer kein Abo möchte, erhält die Website betriebsbereit und eine klare Liste, was wann zu verlängern ist.
Drei Fragen an die Person, die Ihre Website betreut
- Wann wurde das letzte Backup gemacht — und wurde es je wiederhergestellt, um zu prüfen, ob es funktioniert?
- Wer erhält die Meldung, wenn die Website am Samstag um 23 Uhr ausfällt?
- Wie lange dauert es, bis eine geänderte Öffnungszeit online ist?
Lauten die Antworten «weiss ich nicht», «niemand» und «kommt darauf an», ist die Website ohne Wartung — auch wenn jemand dafür bezahlt wird.
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